Feministisch Lehren/Lernen in der Friedens- und Konfliktforschung

Einladung zur Lehrgut-Nacht / femPeace Talk am 7. Oktober 2026, 19 Uhr, online 

Was macht Lehre feministisch und welche Materialien, Perspektiven und Ressourcen können uns dabei unterstützen? Bei der vierten Lehrgut-Nacht, dieses Mal in Kooperation mit dem Arbeitskreis Feministische Friedensforschung, möchten wir uns darüber austauschen, wie sich feministische Ansprüche in der Hochschullehre konkret umsetzen lassen und welche Erfahrungen wir bereits gemacht haben.

Wir starten in die Lehrgut-Nacht mit einem Impuls von Annick Wibben zu „Feministisch Lehren“. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich in Kleingruppen vertieft zu Fragestellungen, die die Teilnehmenden mitbringen, auszutauschen – zum Beispiel: Resultiert aus einer feministischen Haltung ein besonderer Umgang mit Machtasymmetrien in Lehr-Lern-Beziehungen? Inwiefern müssen sich unsere Literaturauswahl, didaktischen Methoden und Prüfungsleistungen verändern? (Wie) ist es möglich und wünschenswert, Safer und Brave Spaces in Hochschul-Seminaren zu etablieren? Weiterlesen

„frieden.elementar“ – eine Materialsammlung für Lehrkräfte und Multiplikator*innen

Image: Annette Jones from Pixabay

(C) Annette Jones from Pixabay

Christina Pauls stellt in ihrem Beitrag die umfangreiche Materialsammlung „frieden.elementar“ vor, die sie mit anderen gemeinsam für (schulische) Bildungsarbeit entwickelt hat.

Die Relevanz von Friedensbildung an Schulen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, denn längst sind Auswirkungen und Betroffenheiten von Kriegen und globalen Krisen auch im Klassenzimmer spürbar. Mit dem Erscheinen des Materialschubers „frieden.elementar“ steht (nicht nur) bayerischen Schulen eine umfassende Sammlung zur Verfügung, um das Thema Frieden systematisch und methodisch fundiert zu behandeln. Die Inhalte richten sich an Schüler*innen aller Schularten ab Klassenstufe 9, eignen sich aber auch für die Hochschullehre und für die außerschulische Bildungsarbeit.

Der Materialschuber beinhaltet zwölf Module, die zentrale Facetten von Frieden beleuchten. Weiterlesen

Zwischen Kolonialität und Pluriversalität

Ein dekolonial inspiriertes Methodenhandbuch für die Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit

Layout: Miriam Kabaum

Cora Bieß, Juliana Krohn, Daniela Lehner, Christina Pauls, Rosemarie Schöffmann und Gisela Wohlfahrt zu dem von ihnen verfassten Handbuch, das im September 2025 erschienen ist und von der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung herausgegeben wird.

Wir, sozialisiert im sogenannten Globalen Norden, queerfeministisch, weiß, entlang verschiedener intersektionaler Achsen positioniert und als scholar activists tätig, haben uns in verschiedenen Austauschräumen von Claudia Brunner zu dekolonialen Theorien an der Universität Klagenfurt kennengelernt. Aus dieser Begegnung und einem geteilten Bedürfnis heraus, sich mit den Impulsen dekolonialer Theorien für die Friedens(bildungs)arbeit und der damit einhergehenden Verantwortung auseinanderzusetzen, ist unser Bildungskollektiv entstanden. In  einer mehrere Monate lang regelmäßig stattfindenden digitalen Methodenwerkstatt haben wir uns intensiv mit Fragen von De-/Kolonialität in der Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit auseinandergesetzt. Daraus hervorgegangen ist ein praxisorientiertes Methodenhandbuch, das von grundlegenden Fragestellungen geleitet wird: Was bedeutet De-/Kolonialität im deutschsprachigen Raum für unsere Praxis in der Friedens(bildungs)arbeit? Wie können wir als Praktiker*innen im sogenannten Globalen Norden Verantwortung übernehmen, um koloniale Kontinuitäten in unserem Einflussbereich abzubauen? Und wie können wir in der Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit Räume eröffnen, die koloniale Strukturen hinterfragen, dezentrieren, abbauen und pluriversale Räume in und durch Friedensarbeit und Konflikttransformation schaffen? Weiterlesen

Gewaltvolle Bilder = in Lehre unzumutbar?

Foto: "Lightbox: Platzhalter" von Marco Verch via ccnull.de, CC-BY 2.0

Foto: “Lightbox: Platzhalter” von Marco Verch via ccnull.de, CC-BY 2.0

Mit diesem Beitrag möchte ich gerne einige meiner über die letzten Jahre gereiften Überlegungen zum Umgang mit gewaltvollen Bildern in der Lehre teilen. Unter gewaltvollen Bildern fasse ich nicht nur visuell-dokumentarische Bilder (Fotografien, Filmaufnahmen), die direkte körperliche Gewalt, aber auch Folgen struktureller Gewalt (Armut, Hunger) dezidiert und oft plastisch darstellen. Daneben zähle ich hierzu auch solche Bilder, die direkt oder indirekt verletzen oder schaden, weil sie herabwürdigende – zum Beispiel rassistische, sexistische, abelistische – Stereotype re‑produzieren.

Gewaltvolle Bilder im Studium der Friedens- und Konfliktforschung sind herausfordernd und können verschiedene Formen von Betroffenheit erzeugen. Es ist daher wichtig, einen bewussten und guten Umgang mit ihnen zu finden – sowohl was das Zeigen als auch Rezipieren entsprechender Bilder betrifft. Weiterlesen

Umgang mit Betroffenheiten in der Hochschullehre

Einladung zur Lehrgut-Nacht am 9. Juli 2024, 19 Uhr, online via Zoom

In Deutschland und darüber hinaus fühlen sich immer mehr Menschen überfordert und oft auch ohnmächtig angesichts der aktuellen ‚Polykrise‘. Zum Beispiel beim eigenen Medienkonsum wählen daher einige Optionen der Vermeidung und des Ausstiegs. Die Notwendigkeit sich mit eskalierten Konflikten, Gewalt und vielfältigen gesellschaftlichen Gefährdungen von Frieden auseinanderzusetzen ist für uns – Lehrende, Lernende und Forscher*innen der Friedens- und Konfliktforschung – jedoch ‚Tagesgeschäft‘, gehört gewissermaßen zur Berufsbeschreibung mit dazu.

Vor diesem Hintergrund wird unter Friedens- und Konfliktforscher*innen die Frage immer häufiger laut, wie angemessen mit Betroffenheiten – mit diversen, dabei stark fordernden Gefühlen der Anteilnahme ebenso wie mit einem direkten und mittelbaren Betroffen-Sein von belastenden Ereignissen – in Lehre umgegangen werden kann und soll. Weiterlesen

Praxistransfer in der Lehre

Jahrestagung des AK Curriculum und Didaktik, AFK, Marburg, 18.-20. November 2021

(C) AK Curriculum und Didaktik

In diesem Beitrag berichten Daniela Pastoors, Miriam Tekath und Lisa Hartke vom Jahrestreffen 2021 des Arbeitskreises Curriculum und Didaktik der Arbeitsgemein-schaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK). Die Tagung wurde von der Deutschen Stiftung Friedens-forschung gefördert. Der Bericht erscheint zeitgleich auch in der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (W&F), 1/2022.

„Praxistransfer in der Lehre der Friedens- und Konfliktforschung“ war in 2021 das Thema der Jahrestagung, zu dem wir als Sprecher*innenteam des AK Curriculum und Didaktik der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK) gemeinsam mit dem Marburger Zentrum für Konfliktforschung eingeladen hatten.

Die Tagung wollte einen Raum bieten, um gemeinsam Erfahrungen und Möglichkeiten des Praxistransfers in der Lehre der Friedens- und Konfliktforschung (FKF) zu erkunden und Synergien zu erzeugen. Weiterlesen

Friedenskompetenzen lernen

Unser Beitrag für das W&F-Heft „Frieden lernen, aber wie?“

Die jüngste Ausgabe der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (W&F 3/2021) ist aktuellen Fragen der Friedenspädagogik gewidmet. Mit viel Freude haben wir Lehrgut-Redakteurinnen – Verena, Tatjana und Michaela – zu diesem Themenschwerpunkt einen von insgesamt elf Artikeln (s.u.) mit dem Titel „Kompetenzen für den Frieden lernen. Universität als Kreativwerkstatt“ beigetragen. Da wir sonst leider kaum Gelegenheit haben, zu dritt Texte zu verfassen, war der Austauschprozess und das gemeinsame Arbeiten umso anregender.

In unserem Text zeigen wir auf, „wie Friedenskompetenzen in der universitären Ausbildung von Friedens- und Konfliktforscher*innen berücksichtigt und erworben werden können – und warum das wichtig ist“ (S. 17). Wir stellen unser Verständnis Weiterlesen

Ein Jahr Online-Lehre – Und es geht weiter

Einladung zur kollegialen Reflexion am 4. März 2021, 20 Uhr

Fast ein Jahr digitale Hochschullehre liegt hinter uns. Wir mussten unsere Komfortzone verlassen, uns der digitalen Herausforderung stellen, einen Haufen zusätzlicher Aufgaben stemmen. Wir waren nervös. Genervt. Inspiriert. Gemeinsam einsam. Nun liegt ein weiteres Semester digitaler Lehre vor uns. Und auch in der Post-Corona Zeit werden uns Elemente des Digitalen erhalten bleiben. Eine gute Zeit also, um innezuhalten, zu reflektieren, sich mit anderen über Erfahrungen, Fragen, Probleme und Visionen auszutauschen.  

Lehrgut lädt alle interessierten Dozent*innen der Friedens- und Konfliktforschung oder verwandter Disziplinen zu einem virtuellen Austausch über ihre Erfahrungen mit der Online-Lehre ein. Ein Abend, um herauszufinden, was wir gelernt haben, womit wir hadern, was wir uns erträumen, was schief ging, was klappte. Das Treffen Weiterlesen

Jetzt anmelden: Workshop „Das Lehren lernen digital“

Das neue Semester unter Corona-Bedingungen steht vor der Tür und das nächste (Online-)Seminar der Friedens- und Konfliktforschung muss noch konzipiert werden? Ihr seid noch relativ neu in der (Online-)Lehre oder habt noch keine (Online-)Lehrerfahrung und seid noch auf der Suche nach Ideen und Feedback für die Gestaltung oder Weiterentwicklung der eigenen Lehrveranstaltung? Dann könnte euch der Workshop „Das Lehren lernen digital“ für Nachwuchslehrende der Friedens- und Konfliktforschung ab 9. März 2021 über Zoom interessieren.

Der Workshop wird Weiterlesen

Voneinander lernen, was in Lehre möglich ist

Zur neuen Podcast-Reihe „Pedagogies for Peace“

Die Überzeugung, dass Lehrreflexion als solche lehrreich (wie auch wohltuend) sein kann, ist ein zentraler Ausgangspunkt für all jene, die sich an Lehrgut beteiligen. Mit dieser Überzeugung sind wir glücklicherweise nicht alleine: Gerade im World Wide Web lassen sich viele und vielfältige Angebote finden, die entsprechende Anliegen verfolgen. Hierzu zählt auch die erst wenige Wochen alte Podcast-Reihe „Pedagogies for Peace“. Diese eröffnet uns als Zuhörer*innen die Möglichkeit an den persönlichen Reflexions- und Lernprozessen sowie konkreten Lehrerfahrungen unterschiedlicher Personen teilzuhaben, die in der Hochschullehre bzw. in Higher Education als Dozent*innen tätig sind. Sie bietet damit zugleich die Gelegenheit wie auch konkrete Orientierungspunkte, um die eigene Lehre (kritisch) zu reflektieren. Weiterlesen

Demokratiebildung in der Lehre

Lehrerfahrungen mit der Betzavta-Methode

Die COVID-19-Pandemie wirft nicht nur gesundheitlichspolitische, sondern auch Demokratiefragen auf: Wer trifft in Krisenzeiten Entscheidungen? Wie lassen sich verschiedene Grundrechte gegeneinander abwägen? Und, nicht zuletzt: Welche Folgen hat die Pandemie auf das soziale Miteinander? Dieser Beitrag von Nora Schröder von der Universität Augsburg gibt Einblicke in die Arbeit mit der Demokratiebildungs-Methode “Betzavta” (dt. “Miteinander”) im Rahmen eines Seminars zum Thema “Demokratie (er)leben”.

Der Beitrag als pdf

Bedeutet Gleichheit, dass wir alle gleich oder alle unterschiedlich behandeln? Denke ich, dass Demokratie eine Gesellschaftsform, eine Regierungsform oder eine Lebensweise ist? Wer ist dafür verantwortlich, besondere Bedürfnisse in das gemeinsame Zusammenleben einzubringen? Alle? Oder nur diejenigen, die „besondere Bedürfnisse” haben? Wann muss ich Unterschiede explizit zum Thema machen, wann sollten diese keine Rolle spielen? Diese Fragen stellten sich mir, als ich einen Workshop Weiterlesen

Workshop “Digital Gelehrt: Kritische Sicherheitsstudien und Friedens- und Konfliktforschung”

Die DVPW Themengruppe “Kritische Sicherheitsstudien” bietet am 28.September 2020 einen spannenden Workshop zur Reflexion der digitalen Lehre an. Anmeldeschluss ist der 18. September.

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Elevator Pitch und Speed-Dating

Eine vielversprechende Methodenkombination für die Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung

Das Dilemma, zwischen Komplexität und Reduktion rangieren zu müssen, ist eine zentrale Herausforderung in der Friedens- und Konfliktforschung. Daher ist die Kompetenz, Konfliktkontexte und Friedensprozesse trotz ihrer Komplexität auf wesentliche Aspekte zu reduzieren und kontextspezifische Akzente zu setzen, ein wichtiges Ziel für die Lehre in der Friedens- und Konfliktforschung. An eben diesem Kompetenzfeld setzt Miriam Tekath mit der Methodenkombination aus Elevator Pitch und Speed-Dating an, die sie im vorliegenden Beitrag vor- und zur Diskussion stellt.

Wie lassen sich Konflikte und Friedensprozesse sinnvoll beschreiben? Wie wird man der Komplexität ihrer Ursachen, Dynamiken und Auswirkungen gerecht, ohne sich dabei in einer ausufernden Detailbeschreibung zu verlieren? Das Verstehen Weiterlesen

Lust auf neue Impulse, Austausch und Feedback zur didaktischen Gestaltung eurer Seminare?

Dann könnte euch der Workshop „Das Lehren lernen“ für Nachwuchslehrende der Friedens- und Konfliktforschung vom 6.-9. April 2020 in Landau in der Pfalz interessieren, den wir alle zwei bis drei Jahre anbieten.

Wir möchten Jung- und Neulehrenden der Friedens- und Konfliktforschung die Möglichkeit bieten, in Begleitung von ausgewiesenen Didaktiker*innen in angenehmer Atmosphäre ihre eigenen Seminarideen oder -konzeptionen weiterzuentwickeln. Es geht also um verschiedene Lehrverständnisse, die Reflexion der eigenen Rolle, die inhaltliche und methodische Gestaltung von Seminaren und ein angemessenes Prüfen. Alle Inputs werden direkt auf die Praxis bezogen bzw. am Beispiel eigener Seminare umgesetzt (hier geht es zum aktuellen Programm).

Nähere Informationen zu den Rahmenbedingungen und Inhalten findet ihr im Call for Applications_Didaktik Workshop. Für den Workshop der Friedensakademie Rheinland-Pfalz und des Arbeitskreises Curriculum und Didaktik der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung im Butenschoen Haus in Landau stehen bis zu 16 Plätze zur Verfügung.

Wir freuen uns schon auf vier inspirierende Tage!

Verena Brenner und Tatjana Reiber

Don’t just do something, stand there!

Bericht über das Jahrestreffen 2019 des AK Curriculum und Didaktik

“Don’t just do something, stand there!” mag auf den ersten Blick als Verkehrung der uns gewohnten Aussage “Don’t just stand there, do something!” wirken. Dabei betont John Paul Lederach erstere Haltung als zentralen Bestandteil der moral imagination (2005), die einen Wandel von dem gängigen eifrigen Aktionismus hin zu einer ruhigen und liebenden Präsenz markiert, in welcher Friedensarbeit ermöglicht wird.

Der vorliegende Bericht über das Jahrestreffen 2019 des AK Curriculum und Didaktik von Christina Pauls reflektiert den persönlichen Lernprozess einer Lehranfängerin der Friedens- und Konfliktforschung im Kontext der Inhalte und Begegnungen im Rahmen der Tagung. 

(C) Nora Schröder

(C) Nora Schröder

Seit Beginn des Jahres bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der universitären Lehre tätig, ohne eine explizite pädagogische Grundausbildung genossen zu haben. Eine gewisse Skepsis an Weiterlesen